Die Subventionen für Ökostrom kosten die Verbraucher allein in diesem Jahr 14 Milliarden Euro. Inzwischen fordern sogar einige Energie-Produzenten, den Subventionsirrsinn in Deutschland zu beenden. Von

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Quelle: Die Welt

Da in den Medien vermehrt über "unser Thema" berichtet wird, haben wir mal angefangen, alle Meinungen unserer Mitbürger zu dem Thema "Windkraft" in einer Rubrik LESERBRIEFE zum Nachlesen zusammenzufassen. Heute stand ein ganz interessanter Brief in der OVZ..

Leserbrief Koerperverletzung

Von der Bürgerinitiative Oberstaffelbach haben wir eine Präsentation erhalten, die (hier im Auszug) das Ausmaß einer solchen Baumaßnahme in erschreckender Weise zeigt.

Einleiten in diesem Dokument zwei Zitate (passend zum Slogan "sind wir noch das Volk ?"):

Zitat
Hagen Jobi, Landrat des Oberbergischen Kreises:
„Die kreisweite Potenzialanalyse ist darauf ausgerichtet
wirtschaftliche Machbarkeit mit Landschaftsschutz zu vereinen.“


Zitat
Hilko Redenius, Bürgermeister Nümbrecht:
„Ich will diese Dinger haben.“

Link auf's Dokument

weitere Leserbriefe:

 

Bürgerwehr

Zum Bericht "Kontaktbörse auf Rädern" (Oberbergische Volkszeitung vom 26. August):

Respekt muss man Hilko Redenius schon zollen, dass er sich mutig den Fragen der Bürger in Waldbröl-Hahn stellte. Den Mut brauchte der Bürgermeister von Nümbrecht auch, weil er plant, den Bürgern riesige Windkraftanlagen quasi vor die Tür zu setzen. Zur Verteidigung berief er sich auf die Gesetzeslage. Dabei weiß jeder, dass diese sich nach der Wahl ändern wird. Das "Erneuerbare Energie-Gesetz" wird reformiert, weil die hohe Förderung so nicht mehr durchzuhalten ist. Darum auch die Eile in Nümbrecht. Wer seine Monster-Windmühlen (214Meter) noch vorher aufstellt, erhält die volle Förderung, aber zulasten der Stromverbraucher, denn mit Sicherheit wird der Strom nächstes Jahr wieder teurer.

Darum hat sich die "Bürgerwehr" gegründet, die auch nicht hinnehmen will, dass Schäden an Gesundheit und Natur und der Verfall der Immobilienpreise den Anwohnern für mindestens 25 Jahre zugemutet werden.

Es bleibt zu hoffen, dass bei der anstehenden Wahl die Politiker diese Bedenken berücksichtigen. Denn wie klang es so schön damals:

"Wir sind das Volk"

Detlef Moll, Wirtenbach

 

 Unerträglich

Die Gemeinde Nümbrecht plant in ihrem schönen Homburger-Land bei Breitewiese-Wirtenbach, Windkraftanlagen (WKA) aufzustellen. Da sich unsere Region eigentlich garnicht für Windenergie eignet - die geringe Windstärke bedeutet lange Stillstandzeiten und Unwirtschaftlichkeit - will man durch mehr als 200Meter hohe Windmonster den erforderlichen Wind erreichen. Das Profitdenken der Gemeinde und der Gemeindewerke kennt offenbar keine Grenzen. Diese hohen Betonriesen zerstören das schöne Landschaftsbild und gefährden die Gesundheit von Menschen und Tieren durch ständige Windgeräusche. Der lange Schattenwurf und Infraschall machen vor keiner Gemeindegrenze halt. Die Nähe zu den umliegenden Dörfern von 500 bis 600 Metern ist unerträglich.
Die Weltgesundheitsbehörde fordert Mindestabstände von 10 bis 25 Kilometern, deshalb muss dieses wahnsinnige Projekt gestoppt werden! Die Gemeindevertreter sollten unsere Bürgermeinung vertreten: Wir wollen diese WKA nicht.

Jürgen Simon, Waldbroel-Hahn

Offenbar sterben an Windkraftanlagen sehr viele Fledermäuse. Doch Forscher dürfen die Details einer neue Studie nicht veröffentlichen, weil das Einschränkungen für die Mühlen nach sich ziehen könnte.

Wer ein Gespür für die gigantische Gewalt laufender Windkraftanlagen bekommen will, muss bei einer kräftigen Brise einmal am Fuß einer Maschine stehend nach oben blicken. Die rasenden Rotoren stellen die wummernden Bässe einer Disco locker in den Schatten, ein Flugzeug im Start kommt den kreisenden Flügeln da schon näher.

Wer diese Kraft der modernen Mühlen in Volllast kennt, den dürften die Ergebnisse eines Forscherteams von der Universität Hannover kaum wundern. Die Untersuchungen legen nahe, dass die Windräder zwischen Alpen und Küste jedes Jahr Zehntausende Fledermäuse töten.

"Rechnet man den Befund auf die aktuell 25.000 Windenergieanlagen in Deutschland hoch, sterben an ihnen jährlich eine Viertelmillionen Fledermäuse", warnt die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE), die auch für die fliegenden Säugetiere kämpft. Der Verein fordert eine Veröffentlichung derjenigen Anlagen aus der Untersuchungsreihe, die sich als die größten Tötungsmaschinen erwiesen.

Das Problem: Die Forscher sicherten den Anlagenbetreibern aus dem Projekt, bei dem Deutschlands Branchenprimus Enercon als Partner half, Anonymität zu – im Gegenzug für deren Bereitschaft zur Zusammenarbeit bei der Studie.

Anpassung der Windanlagen?

Die EGE beruft sich unter anderem auf das Bundesnaturschutzgesetz, wonach das Töten seltener Arten verboten ist. Auch auf die Gefahrenabwehrpflicht im Gesetz zur Vermeidung von Umweltschäden beruft sich die Gesellschaft. Die Zulassungen für die Anlagen dürften mit dem neuen Kenntnisstand auch nachträglich angepasst werden und die Mühlen könnten mit Hilfe der Studienergebnisse so eingestellt werden, dass tote Fledermäuse die große Ausnahme bleiben – und zwar bei vertretbaren Gewinneinbußen.

Das Brisante an dem Fall: Das Bundesumweltministerium (BMU) hat die Studie mit rund 1,1 Millionen Euro gefördert. Der Vorwurf der EGE liegt nun auf der Hand: Der Bund gibt Steuergeld für ein Projekt aus, bei dem herauskommt, dass untersuchte Windanlagen womöglich nur mit neuen Auflagen gesetzeskonform sind. Doch dann passiert nichts.

Ein BMU-Sprecher wies am Freitag darauf hin, dass seine Behörde die Daten selber nicht habe. "Gleichwohl nehmen wir das Thema des Kollisionsrisikos von Fledermäusen mit Windkraftanlagen sehr ernst." Das Ministerium fördere daher mehrere ähnliche Forschungsvorhaben. Im Falle der Studie aus Hannover gehörten die Rohdaten der Uni. Bei der geförderten Studie bestehe nur die Vorgabe, die Ergebnisse öffentlich zu machen. "Für die Rohdaten gilt diese Vorgabe nicht." Studienleiter Prof. Michael Reich war am Freitag nicht erreichbar. Er verwies die Fledermausfreunde aber schon Mitte Juli auf die Anonymitätsklauseln.

Umweltinteressen versus politische Ziele

Damals betonte Reich auch: "Sie können sich sicher vorstellen, dass es nicht einfach war, Betreiber von Windenergieanlagen als Kooperationspartner für dieses Forschungsprojekt zu gewinnen." Das BMU fördert inzwischen mit 962.884 Euro ein Folgeprojekt, bei dem dasselbe Forscherteam "Methoden zur Untersuchung, Vorhersage und Reduktion des Kollisionsrisikos von Fledermäusen" herausfinden soll. "Fledermausfreundliche Betriebsalgorithmen" heißt das Ziel schlicht.

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf ein Grundübel der Energiewende, das besonders in Niedersachsen offenkundig wird: Umweltinteressen prallen regelmäßig auf das politische Ziel, wonach Deutschland mit der Windkraft weg soll vom Atomstrom. Die Schattenseiten der Mühlen: Sie speisen nicht konstant ein und brauchen daher bisher Regelenergie aus herkömmlichen Kraftwerken.

Kritiker fürchten eine "Verspargelung" der Landschaft. Und für die Windkraftvariante auf hoher See müssen Kabel durchs Welterbe Wattenmeer gefräst werden. Fern der Küste gibt es zwar keine Fledermäuse – aber der Baulärm vertreibt dort die Wale.

 

Heiko Lossie

QUELLE: http://hd.welt.de/ausgabe_a/wissen/article119133104/Windraeder-zerfetzen-hunderttausende-Fledermaeuse.html